Duell der VoegelDuell der Voegel

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Wie in den Vorjahren auch, verbrachten wir einen der letzten Tage in Harajuku, in einer riesigen Einkaufsstraße, in der zu jedem Wochentag geschäftiges Treiben herrscht. Doch unsere Gedanken hingen weniger der bunten Kleidung nach, als dem für heute angesetzten Baseballspiel!
Anders als gestern, konnten wir sofort, ohne Wartezeit die Tickets kaufen und uns einen Platz aussuchen.Wie Bobby uns am gestern empfohlen hatte, wählten wir die Plätze im rechten Outfield: da wo die aktiven Fans der Heimmannschaft sitzen.

Und das war die beste Wahl – es gab keinen, der nicht mit einem Instrument, Trikot oder einer lauten Stimme ausgestattet war und für Stimmung sorgte!
Noch vor Spielbeginn zeigten sich die beiden Team-Maskottchen, die Schwalbe der Swallows und der weibliche, rosa Adler der Eagles. Sie gaben sich die Hand, winkten ihren Fans zu schossen mit einer Gaskanone Handtücher als Geschenke in Publikum. Als nächstes liefen die Cheerleader ein und stimmten mit Tanz und akrobatischen Übungen auf das Spiel ein.

Anschließend wurden erst von der Auswärtsmannschaft, dann von unserer die einzelnen Spieler auf einer riesigen Tafel namentlich genannt und mit heldenhaft inszenierten Bildern präsentiert. Das dauerte eine Weile, denn jeder Spieler wurde von den jeweiligen Ultras mit einem eigenen Lied geehrt, sodass wir uns vorkamen wie auf einem Musikfestival, nicht beim Sport.

Und dann ging es los – klangheimlich ohne Startpfiff oder Vorwarnung. Bereits im ersten Inning lagen unsere Schwalben mit zwei Punkten vor.

Der Batter, also jener Spieler, der den Ball schlägt, wird während seiner ganzen Spielzeit mit seinem eigenen Lied von den Massen besungen und mit speziellen Rufen angefeuert. Die Stimmung war unglaublich, die Laune auf dem Höhepunkt.

Leider kommt es nicht so wahnsinnig oft vor, dass ein Ball getroffen wird. Passierte dies jedoch freuten wir uns riesig, erstmal unabhängig davon, welcher Mannschaft der Batter überhaupt angehörte. Kam es dann zu der seltenen Situation, dass ein Run, ein Punkt erzielt wurde, erhob sich der gesamte Block, spannte die Regenschirme auf und tanzte. Bei fortgeschrittenem Spiel war es überflüssig, diese wieder zu schließen, das es unwahrscheinlich zu regnen begann (geht in das Jinku Stadium, hatte Bobby gesagt, da kann man das schöne Wetter viel besser genießen als im Tokyo Dome, hatte Bobby gesagt). Das tat der Spielfreude jedoch keinen Abbruch und die Teams kämpften sich von Inning zu Inning, immer mal pausiert durch eine Einlage der Cheerleader.
Wir hatten gelesen, dass es durchaus üblich ist, dass ein Spiel bis zu 3 Stunden gehen kann. In unserem Fall war es schon nach 2:59 Stunden für die Swallows entschieden und der der Gewinner- als auch der Verliererblock tanzten, die Schirme in die Luft haltend, vor Freude.
Wir fanden unser erstes Spiel verdammt spannend und hatten das Glück, sogar einen Homerun (der Eagles) erleben zu können.

Nach dem Spiel wurden die einzelnen Spieler intervierwt und auf der großen Leinwand übetragen. Ob die genauso einen geistigen Müll von sich gegeben haben, wie es unsere Fußballer für gewöhnlich tun, können wir leider nicht beurteilen.

In der Bahn nach Hause setzten sich da unsere Sitznachbarn aus dem Stadion wieder neben uns. Wir mussten alle lauthals über den Zufall lachen und zogen die verwunderten Blicke aller Mitfahrer auf uns. Das Baseballfieber hat uns gepackt – das nächste Spiel ist hoffentlich absehbar, dann mit Liedkenntnissen und einstudiertem Schirmtanz!

PS: wir konnten es einfach nicht lassen, unsere gruselige Hostelatmosphäre für ein paar…spezielle Bilder zu nutzen. Welcher Film hat uns wohl inspiriert?

2 Gedanken zu „Duell der VoegelDuell der Voegel

  1. Ab heute heißt Jule : Kayako Saeki ! 😉 Ich frag mich gerade was eigentlich krasser ist . Die Location an und für sich oder auf die Idee zu kommen diese Pics zu schiessen 😉 ! Auf alle Fälle sind sie gelungen . Die Regisseure von the Grudge sollten sich durch Euch mal ein paar neue Inspirationen besorgen .
    Habt noch ne Menge Spaß dort…. und jagt den armen Hostelgästen dort keine weiteren Schrecken ein !

  2. Wusste gar nicht, dass Jule so schauspielerisches Talent besitzt 🙂
    Kann mich Leo nur anschließen und euch noch viel Spaß wünschen und eine gute Heimreise.

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